Exkl. MwSt.
Deutsch
Suchen
Zurück zur Übersicht

Richtig handeln bei Augennotfällen

Richtig handeln bei Augennotfällen

Jedes Jahr gibt es in der Schweiz rund 43'500 Augennotfälle. Mehr als zwei Drittel davon sind berufsbedingt.

 

Zwar hat das Auge selbst Schutzmechanismen. Augenbrauen, Augenlider und Wimpern schützen vor Schädigungen von aussen. Eine Schutzbrille hilft zusätzlich. Doch manchmal genügt das alles nicht.

Die häufigste Ursache für Augenverletzungen sind Fremdkörper, die ins Auge eindringen: Metallsplitter, Sand, Wimpern, Insekten, Pflanzenteile, die Liste ist lang. Die Augen jucken, brennen, sind gerötet oder bluten sogar. Kleine Fremdkörper unter dem Unterlid lassen sich oft mit einem befeuchteten Wattestäbchen in Richtung Nase entfernen. Ist der Fremdkörper unter dem Oberlid, ziehen Sie das Lid an den Wimpern nach unten und klappen es über das Wattestäbchen nach aussen.

Helfen weder Wattestäbchen noch fliessendes Wasser oder Zwinkern und Tränen, sollte unbedingt ein Augenarzt aufgesucht werden. Kleine Fremdkörper, die nicht aus dem Auge ragen, können Sie in der Zwischenzeit ohne Druck mit einer Kompresse zukleben. Ragen grössere Fremdkörper aus dem Auge, kann es beispielsweise durch eine Kaffeetasse aus Kunststoff geschützt werden. So dringt der Fremdkörper nicht noch weiter ein.


Verbrennungen und Verätzungen


Auch Verbrennungen oder Verätzungen mit Chemikalien können das Auge verletzen. In einem solchen Fall muss es so schnell wie möglich während 15 bis 60 Minuten mit fliessendem Wasser oder einer Augenspül-Flüssigkeit ausgewaschen werden. Verkrampft sich das Lid, öffnen sie es unter Zug. Die schädigende Substanz muss unbedingt verdünnt und ausgespült werden. Aber passen Sie auf, dass ein zweites, vielleicht unbetroffenes Auge, keine Spülflüssigkeit abbekommt.

An Arbeitsplätzen mit erhöhter Gefahr für Augenverletzungen empfehlen sich eine Augendusche und Augenspülungen. Verätzungen mit Lauge führen schon nach Sekunden zu irreparablen Schäden. Dem ausgesetzte Mitarbeitende können ergänzend eine neutralisierende Augenspülung auf sich tragen.

 


Andere Verletzungs- und Krankheitsmuster


UV-Strahlung kann zu einer Entzündung der Augenbindehäute und der Hornhaut führen. Meistens tritt diese «Schweissblende» erst nach einigen Stunden auf und führt zu Kopf- und Augenschmerzen sowie zu Lichtempfindlichkeit. Sie verschwindet nach einigen Tagen wieder. In der Zwischenzeit können kühle Umschläge die Schmerzen lindern.

Beim Grünen Star (Glaukom) steigt der Augeninnendruck. Symptome sind eine Sehverschlechterung, Farb- oder Nebelringe um die Lichtquelle, starke Schmerzen, ein harter Augapfel, Übelkeit, Erbrechen und eine langsam reagierende Pupille. Sinkt der Augendruck nicht wieder, wird der Sehnerv geschädigt und der Betroffene erblindet. Ein Besuch beim Augenarzt ist deshalb dringend nötig.

Eine Bindehautentzündung kann eine allergische oder durch Viren oder Bakterien infektiöse Ursache haben. Die Augen jucken, tränen oder sind gerötet. Die infektiöse Bindehautentzündung ist hoch ansteckend und geht mit eitrig verklebten Augen, Fieber oder geschwollenen Lymphknoten einher. Betroffene brauchen nun antibiotische oder Kortison-haltige Augentropfen.

Augenflimmern entsteht durch zu langes Arbeiten am Monitor oder durch eine starke psychische Belastung, häufig ist es auch ein Vorläufer oder Begleitsymptom einer Migräne.

Sehverschlechterung oder Doppelbilder können aber auch Symptome für Durchblutungsstörungen im Gehirn sein. Kommen Sensibilitätsstörungen, Sprechstörungen, Gangunsicherheit oder ein asymmetrischer Mundwinkel hinzu, alarmieren Sie sofort den Rettungsdienst. Verdacht: Schlaganfall!

Kommentare
Als angemeldeter Kunde einen Kommentar schreiben Kommentarformular schliessen
Sie müssen sich anmelden, um diesen Beitrag kommentieren zu können.
Wir empfehlen