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Wie müssen Betriebssanitäter/-innen ausgebildet sein?

Wie müssen Betriebssanitäter/-innen ausgebildet sein?

Eine kurze Antwort gibt es auf diese Frage nicht. Was adäquat ist, wird durch diverse Umstände bestimmt. Dennoch gibt die Wegleitung der Seco gute Hinweise und Empfehlungen, was unter einer guten Erste-Hilfe-Ausbildung zu verstehen ist.

 

In der Wegleitung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) zur Verordnung 3 des Arbeitsgesetzes steht, dass «Ersthelfer/-innen über eine adäquate Ausbildung in Erster Hilfe verfügen sollen, die regelmässig aufgefrischt wird». Weiterhin gibt die Wegleitung vor, dass die Ausbildung die Betriebsgefahren, die Grösse und die örtliche Lage des Betriebs sowie den aktuellen Praxisstandard berücksichtigen muss. Nicht zuletzt werden die wichtigsten Kompetenzen der Sanitäter aufgezählt und Empfehlungen abgegeben, wie viele Ersthelfer ein Unternehmen braucht.


Mit einigen Beschreibungen kann man sich in der Praxis aber berechtigterweise schwertun:

  • Was ist eine «adäquate Ausbildung»?
  • Was heisst «regelmässige Auffrischung»?
  • Inwiefern verändern sich die Anforderungen je nach Betriebsgefahren, Betriebsgrösse und örtlicher Lage?
  • Wie viele Betriebssanitäter braucht ein Unternehmen tatsächlich – und mit welcher Ausbildung?

 


Qualitätskriterien der Ausbildung


Was ist eine «adäquate Ausbildung»? Hier gilt es zunächst, die Qualitätskriterien zu beachten. Idealerweise werden Betriebssanitäter durch Ausbildner mit einem IVR-Zertifikat und Einsatzerfahrung ausgebildet. Achten Sie auf folgende Gütesiegel: SRC, ERCAHA (für Reanimationskurse), IVR (für Ersthelfer-Kurse Stufe 1 bis 3), SVEB (für die Zertifizierung der Kursleiter) und eduQua (für die Zertifizierung der Schule). Für eine «regelmässige Auffrischung» des Gelernten sollten die Betriebssanitäter mindestens alle zwei Jahre einen eintägigen Wiederholungskurs in Erster Hilfe besuchen.

 


Art des Unternehmens


Was verändert sich je nach Betriebsgefahren, Betriebsgrösse und örtlicher Lage? Die Schweizerische Vereinigung für Betriebssanität (SVBS) empfiehlt bei geringen Betriebsgefahren (wie in einem Büro), die Betriebssanitäter gemäss Stufe 1 IVR oder einer vergleichbaren Ausbildung zu schulen. Für mittlere Gefahren (wie in Schulen, Kindertagesstätten, Schreinereien, Gärtnereien oder Logistikbetrieben) empfiehlt die SVBS Ausbildungen gemäss Stufe 2 IVR. Bei hohen Gefahren (in Unternehmen mit schweren und gefährlichen Maschinen, Chemikalien oder anderen besonderen Gefahren gemäss EKAS-Richtlinie 6508) soll eine Ausbildung gemäss Stufe 3 IVR absolviert werden.

 


Anzahl Ersthelfer


Wie viele Betriebssanitäterinnen braucht ein Unternehmen tatsächlich? Um die Anzahl der Ersthelfer im Betrieb zu bestimmen, müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden. Dazu gehören sowohl die Betriebsgrösse als auch die Anzahl Schichten und Standorte. Andere relevante Aspekte sind Ferienabwesenheiten, Arbeitsausfälle und die allgemeine Personalfluktuation. Allenfalls kann auch eine Risikoanalyse hilfreich sein, um massgeschneiderte Lösungen zu entwickeln.


Eine Faustregel, die dabei hilft: Innerhalb von drei Minuten nach einem Ereignis soll mindestens ein Ersthelfer und innerhalb von fünf Minuten ein weiterer Sanitäter am Einsatzort eintreffen. Zwei Betriebssanitäter sind also auch in Kleinstbetrieben das Minimum. Die SVBS empfiehlt, dass alle Ersthelfer idealerweise auf derselben Stufe ausgebildet sind, damit im Notfall alle den gleichen Wissensstand haben.

 

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